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Dienstag, 22. Dezember 2015

Here We Go Again

Da bin ich nun wieder, zurück in der Heimat.
Ich freue mich wieder zurück zu sein, ganz klar, aber dennoch ist es ein eigenartiges Gefühl.
Die letzten beiden Tage meines Aufenthalts waren davon getrübt, dass es mir gesundheitlich nicht sonderlich gut ging und zwischenzeitlich war tatsächlich nicht klar, ob ich überhaupt in den Flieger zurück nach Deutschland steigen kann. Am Samstag jedoch ging es mir bereits etwas besser und ich konnte meine Heimreise antreten.
Natürlich habe ich mir meine letzten Tage in Brighton anders vorgestellt, besonders, da ich mich von meinen Kollegen im Centre nicht verabschieden konnte. Am Freitag Morgen ging es mir tatsächlich sehr schlecht und zur Arbeit war ich definitiv nicht fähig. Nachmittags habe ich mich dann aber doch auf zum Centre gemacht, da ich mich von allen verabschieden wollte. Es stellte sich dann jedoch heraus, dass bis auf zwei Angestellte alle anderen sich auch nicht gut fühlten. Eine Verabschiedung war also nicht richtig möglich, da niemand da war.
Freitag Abend waren meine Sachen gepackt und beim letzten gemeinsamen Abendbrot (bei dem ich lediglich eine Banane gegessen habe) mit Brenda, Fanny und Kevin habe ich mich langsam von Brighton und meiner kurzzeitigen Heimat verabschiedet. Mit Brenda stehe ich zur Zeit noch über eMail in Kontakt und ich hoffe, dass das auch bestehen bleibt, denn mit ihr und Kevin zu wohnen, war wirklich eine wunderbare Zeit.
 
Mit einem etwas abrupten Abschluss habe ich mich am Samstag auf den Weg nach Hause gemacht. Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass es mir an dem Tag super ging, als ich dann allerdings im Flugzeug saß, war ich mir sicher, dass ich den Rest der Reise auch noch überstehen würde.

Mittlerweile kommt es mir vor, als wäre ich nicht erst seit 10 Tagen sondern viel eher schon seit zwei Monaten zurück. Ich habe gleich in mein "altes" Leben zurückgefunden und dennoch vermisse ich meinen Alltag in Brighton. Ich hoffe, dass ich zu irgendeinem Punkt nach Brighton zurückkehren kann, wenn es auch nur für einen Urlaub ist. Denn ja, ich habe meine Zeit wirklich genossen und bin mehr als froh, dass ich diese Möglichkeit wahrgenommen habe.

Ich werde diesen Blog weiterhin bestehen lassen, denn wer weiß, ob ich ihn nicht noch einmal benötige und schließlich dient er auch mir als eine Art Reisebericht, damit ich mir meine Erlebnisse immer wieder in Erinnerung rufen kann.

Ich wünsche euch allen wunderbare Weihnachten!

Nadine

Dienstag, 8. Dezember 2015

Gingerbread everywhere

Vier Tage. Unvorstellbar.
Jetzt gerade kann ich es mir wirklich noch nicht vorstellen, dass ich in vier Tagen tatsächlich schon wieder in meinem Bett schlafen werde. Aber so ist es. Ob ich mich auf zu Hause freue? - Ja, definitiv. Allerdings habe ich es noch nicht so ganz realisiert. Denn noch ist es für mich eine ganz normale Woche. Am Donnerstag habe ich einen Termin in meiner Agentur hier, wo mir mein Zertifikat überreicht wird und vermutlich werde ich es dann erst verstehen.

Mein letztes Wochenende in Brighton habe ich tatsächlich ziemlich ruhig verbracht. Ich war ja die Woche davor erst in London, also hieß es dieses Wochenende Brighton. Am Samstag war ich in einem Restaurant, welches Buffets aus den verschiedensten Ländern anbietet: Italien, Mexiko, Japan (eigentlich nur Sushi), Thailand, ... Der Name sagt es schon: World Buffet Restaurant
Für einen Festpreis (unterscheidet sich nach Tag und Uhrzeit) kann man so viel essen wie man denn möchte und natürlich gibt es nicht nur warme Speisen, sondern auch Salate und eine Dessert Station. Die bestand unter anderem aus einem Schokobrunnen und einer Eismaschine. Es war wirklich wunderbar und auch wenn es sich bei diesem Restaurant um eine Kette handelt, so ist diese doch leider nur in GB vertreten ...

Auch meine vorletzte Woche war eine Woche wie jede andere, an der ich am Mittwoch mal wieder zu einem Treffen "for international Students" gegangen bin. Dieses Mal wurde Lebkuchen gebacken und auch, wenn sie lecker waren, so kommen sie doch nicht gegen diese an:
  
Mit Abstand die besten Lebkuchen. Im Café habe ich heute auch viel Lebkuchen gebacken und natürlich war das alles sehr lecker, aber dennoch, mein Favourite steht fest! 
Tatsächlich war ich heute nur in der Küche und habe viel gebacken. Angefangen mit einem Apple&Cinnamon Flapjack, dann einen Lemon Drizzle Cake, gefolgt von unzähligen Lebkuchen-Männern und zum Schluss noch Cupcakes. Damit habe ich mein Backen von gestern Abend fortgesetzt. Gestern habe ich nämlich Schweineohren gebacken und dachte mir, dass ich sie ja als Abschluss mal mit ins Centre nehmen könnte, da mich viele nach etwas typisch deutschem gefragt haben und für mich sind Schweineohren einfach etwas typisch deutsches. Sie kamen zum Glück auch gut an und das sowohl bei Brenda und Kevin als auch bei vielen im Centre. Und falls ihr euch jetzt fragt, wie viel ich tatsächlich gebacken habe und wie viel der Chef: Er hat mir die Rezepte gegeben und ich habe gebacken. Okay, bis auf den Teig für den Lebkuchen, der wurde gestern schon vorbereitet und ich habe ihn dann heute in kleine Lebkuchen-Männer und Häuser verwandelt. Deswegen habe ich heute auch den Namen "One-Woman-Gingerbread-Factory" bekommen :D

Morgen geht es denn noch einmal zu dem Treffen für internationale Leute, es ist nämlich Weihnachtsfeier angesagt. Jeder wurde gefragt, etwas typisches aus seinem Land mitzubringen und im Poundland sind mir dann tatsächlich Spekulatius in die Hände gefallen, also werde ich die morgen mitnehmen. Mal sehen, was mich da noch so erwartet.

Vier Tage also noch und natürlich habe ich mir schon Gedanken darüber gemacht, was ich vermissen werde und worauf ich mich schon ganz besonders wieder freue.


Vermissen werde ich definitv meine Arbeit im Café und auch die in der Pre-School. Besonders im Café hatte ich wirklich tolle Kollegen. Die Jungs waren immer unheimlich lustig und jeden Tag haben wir viel gelacht. Besonders allerdings seit Dylan weg ist (der ehemalige Boss). Es war einfach eine schöne Arbeitsatmosphäre, so, dass ich oft auch länger geblieben bin, wenn sie noch Hilfe brauchten und dabei werde ich nicht einmal bezahlt ... Und auch meine Spitznamen, welche sie mit gegeben haben, werde ich vermissen: Nadine the Dream oder Queen N, also besonders an Queen N habe ich mich schnell gewöhnt ;) Aber abgesehen von dem Personal im Centre, werde ich auch das tolle Essen vermissen. Sei es der wunderbare Kuchen oder einfach die Sandwiches, die ich mir so häufig zum Mittag mache. Ich habe bestimmte Arten von Käse schätzen gelernt oder auch Pesto und getrocknete Tomaten. Und mit dem Essen in Verbindung steht natürlich auch mein ganzer gratis Kaffee, den ich jeden Tag konsumiere. Damit muss ich dann wohl wieder aufhören, wenn ich zurück bin, denn ich glaube nicht, dass ich plötzlich aufgebrühten oder einfachen Filter-Kaffee mag ... In der Hinsicht bin ich jetzt wohl wirklich verwöhnt.
Auch Brenda und Kevin werde ich vermissen. Brenda mit ihrem "They are men" und Kevin wie er, gerade vorhin wieder, versucht mich auf seine Seite zu ziehen, wenn Brenda sagt, dass er etwas machen muss. Ich werde definitiv versuchen mit ihnen im Kontakt zu bleiben,
Die Stadt Brighton werde ich wohl auch vermissen, denn es ist wirklich eine wunderbare Stadt, nicht zu groß, nicht zu hektisch und direkt am Meer. Was will man me(e)hr?

Definitv nicht vermissen werde ich die ganzen Chips (Pommes), denn auch wenn Brenda immer unterschiedliche Sachen macht, Chips sind oft dabei und ich freue mich einfach schon wieder auf richtige Kartoffeln (besonders mit Soße!). Auch werde ich meine mindestens 40 Minuten Busfahrt am Morgen und Nachmittag nicht vermissen. So viel Zeit, die man im Bus verschwendet, dabei könnte man so viele andere Sachen machen. Außerdem hatte ich hier an den Wochenende immer so ein Gefühl, dass ich etwas unternehmen muss und ich glaube, ich freue mich auch einfach wieder auf völlig entspannte Wochenenden. Aber vermutlich dauert das auch noch wieder eine Weile, wenn ich in Deutschland bin, denn schließlich steht ja Weihnachten vor der Tür.

Ich verlasse Brighton mit einem lachenden und einem weinenden Auge und ich bin unfassbar froh, dass ich die Möglichkeit wahrgenommen habe und mich nach dem Abi gegen die Uni entschieden habe. Bereuen tue ich es auf gar keinen Fall und ich denke, dass ich auch eine ganze Menge gelernt habe, das Meiste vermutlich über mich selbst. 

Ich denke, dass das hier mein letzter Eintrag aus Brighton gewesen sein wird. Aber bitte, guckt auch im Laufe der nächsten zwei Wochen hier noch mal rein, denn ich ich werde mit Sicherheit noch etwas dazu schreiben, wie ich mich zu Hause wieder eingelebt habe.

Wir sehen uns Bald!

Nadine
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Montag, 30. November 2015

The Belly Rules The Mind

letzte Woche an der Seafront
Nicht einmal zwei Wochen und ich bin schon wieder in Deutschland! Unfassbar. Tatsächlich hatte ich letzten Freitag sehr gemischte Gefühlte über meine Rückkehr nach Deutschland (das hört sich so an, als würde ich hier seit Jahren wohnen ...). Warum gerade Freitag? Vermutlich, weil ich gemerkt habe, wie gern ich doch im Café arbeite und wie sehr ich meine Kollegen mag.
Meine letzte Woche war mehr denn je von meiner Arbeit im Café geprägt, denn zunächst war ich Mittwoch Nachmittag alleine (in der Küche ist auch immer noch jemand, aber die betreuen keine Kunden) im Café und dann den ganzen Freitag ebenfalls. Über Mittwoch Nachmittag wurde ich im Vorfeld informiert und da ich von fröhlich auch weiß, wie man eine Kaffee-Maschine reinigt und bis auf die Abrechnung alles machen konnte, war ich darauf vorbereitet. Am Freitag Morgen wurde mir aber ganz spontan mitgeteilt, dass ich den Tag allein im Café und der Koch nur in der Küche sei. Zunächst dachte ich, dass sie mich auf den Arm nehmen wollen. Als ich dann jedoch gemerkt habe, dass es kein Scherz war, sondern tatsächlich die Wirklichkeit, war ich nicht sonderlich begeistert. Ich habe mir durchaus zugetraut es alleine zu machen, aber ich bin schließlich nur ein Volunteer und werde nicht einmal bezahlt. Warum also sollte ich den ganzen Tag im Café verbringen, wenn alle anderen beim Erste-Hilfe-Training sind? Meine Begeisterung hielt sich also tatsächlich in Grenzen. Ja, ich komme super mit dem Koch klar und ich konnte mir wie immer so viel Kaffee und Tee machen wie ich wollte, aber trotzdem hätte ich es schöner gefunden, wenn ich es wenigstens schon am Donnerstag erfahren hätte. Mir ist bewusst, dass es an der Situation überhaupt nichts geändert hätte, aber ich mochte es einfach nicht, so überrascht zu werden. Nachdem ich dann also am Freitag alles allein gemacht habe, wollte ich mich im Büro so wie jeden Tag abmelden und wurde plötzlich mit Blumen überrascht. Ich hatte das überhaupt nicht erwartet und bin vermutlich auch etwas rot geworden. Die Blumen seien für meine tolle Hilfe und dafür, dass sie den Freitag ohne mich nicht geschaft hätten, wurde mir gesagt. Und da war dann tatsächlich meiner leichter Ärger vom Morgen vergessen. Und auf meiner üblichen Busfahrt ist mir dann bewusst geworden, was für eine tolle Arbeitsatmosphäre es doch im Centre ist und ich die ganzen Menschen vermutlich schon vermissen werde.
Später am Abend habe ich mich wieder auf den Weg in die Stadt gemacht, da ich noch verabredet war. Schon von Weitem konnte ich sehen, dass drei Jungs ebenfalls an meiner Bus-Haltestelle warteten und einen habe ich als den Enkelsohn von Brenda und Kevin erkannt. Mich hat er eindeutig nicht erkannt. Denn als ich zur Haltestelle kam, haben sie sich einen Spaß gemacht und fragten mich, ob denn der eine Freund einen Kuss bekommen könnte, auf die Lippen natürlich. Auch Brendas Enkel spitzte die Lippen und fragte: "Bekommt er nun einen Kuss?" Meine Antwort darauf: "Du weißt schon, dass ich bei deiner Oma lebe, oder?" Ihm ist alles aus dem Gesicht gefallen und gleichzeitig stolperte er mehrere Schritte nach hinten. Seine Freunde haben es nicht gleich verstanden, aber er brauchte nur das Wort "Student" sagen und die beiden konnten sich kaum noch halten vor Lachen. Danach hat er mich eigentlich nur noch angebettelt, dass ich nichts zu Brenda sage. Habe ich auch nicht, aber ich hoffe wirklich, dass er sie noch einmal besuchen kommt, während ich hier bin, denn vermutlich wäre es ihm unfassbar peinlich, mich zu sehen. Nachdem ich ihm sagte, dass er sich darum keine Sorgen machen brauche, hat er seine Kumpels gezwungen zur nächsten Haltestelle mit ihm zu gehen ... Dieses lustige Erlebnis hat die Tatsache, dass ich 35 Minuten auf meinen Bus warten musste, etwas erträglicher gemacht.

Am Samstag bin ich dann mal wieder nach London gefahren. Mein Ziel: das Winter Wonderland im Hyde Park. Von Leuten im Café und auch von Brendas Schwiegertochter hatte ich nur Gutes gehört und da ich Weihnachtsmärkte ja eh wunderbar finde, konnte ich mir diesen natürlich nicht entgehen lassen. Das erste, was wir gesehen haben: ein riesiges Bayrisches Zelt und unfassbar viele Stände mit dem Bayrischen Wappen. Und was gab es da zu kaufen? - Natürlich Glühwein, Bier, Bratwurst und Brezel. Kein Wunder, dass jeder Britte nur die Bayern kennt und denkt, dass wir uns nur von Würstchen und Bier ernähren ... Aber auch außerhalb des Bavarian Village gab es noch weitere deutsche Stände, unter anderem einen Irrgarten und eine Bier-Pyramide. Mutzen haben wir leider nirgends gefunden, nur so genannte "Snowballs" die ähnlich geschmeckt haben. Auch, wenn es vielleicht keine Mutzen gab, so hatte man doch eine gigantische Auswahl an Essen. Von der deutschen Bratwurst über niederländische mini Pancakes bis hin zu traditionellen Fish&Chips. Und daher auch der Spruch "The Belly Rules The Mind", diesen habe ich nämlich an einem der Stände entdeckt.

Nach dem Winter Wonderland, hat es uns noch zum Oxford Circus verschlagen und zur Carnaby Street, welche nicht sonderlich weit entfernt davon ist. Von der Carnaby Street hatte ich zuvor online gelesen und wollte die farbenfrohe Dekoration unbedingt live betrachten. Irgendwann abends haben wir uns dann wieder zurück nach Brighton gegeben.

Mini Pancakes!
Bayrische Halle - Oktoberfest Charakter

Heute war tatsächlich schon meiner vorletzter Tag in der Pre-School und eigentlich auch einer der schönsten. Denn die Kinder lernen Weihnachtslieder und die singen wir dann alle gemeinsam und üben für ihren Auftritt, den sie nächste Woche vor ihren Eltern haben werden.

Hier noch zwei Bilder, die wir gestern Abend gemacht haben:

keine Sorge, eure Augen sind okay ... das Bild ist unscharf

Bis demnächst!

Nadine