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Freitag, 25. September 2015

Changes

In diesem Blogeintrag geht es nicht darum, was ich innerhalb der letzten Tage erlebt habe (wobei es da eine Sache gibt, die ich euch nicht vorenthalten will, aber dazu komme ich später), sondern um das, was in der Zukunft passieren wird.

Ich werde meinen Praktikumsplatz wechseln.

Bei Skibound bin ich die letzten Wochen über einfach nicht glücklich geworden. Das lag nicht an den Menschen dort, denn die sind wirklich nett, sondern an meinen Aufgaben und meinen wenigen Möglichkeiten Englisch zu sprechen. Oft saß ich einfach nur da, hatte keine Aufgabe und habe sogar angefangen ein Buch zu lesen (in Englisch versteht sich). Ich habe mich wirklich gelangweilt und unterfordert gefühlt. Auch wenn sich das vielleicht etwas überheblich anhört.

Ich habe mit Brenda und Kevin darüber gesprochen und auch sie haben mir empfohlen, mit Stages (meine britische Agentur) in Kontak zu treten. Gesagt, getan.
Nicht nur Stages habe ich von meiner Arbeit berichtet, auch meine deutsche Agentur habe ich darüber in Kenntnis gesetzt.
Von beiden Seiten kam zunächst, ich solle doch das Gespräch mit meinem Praktikumsleiter suchen ... Das sagt sich immer so leicht. Aber wenn ich ehrlich bin, habe ich dieses Gespräch auch nicht unbedingt als nötig erachtet. Denn es war offensichtlich, dass es in diesem Büro nichts anderes zu tun gab. Davon abgesehen habe ich die letzten Wochen immer mal zwischendurch gefragt, ob ich denn nicht eine neue Aufgabe bekommen könnte, vielleicht auch mal etwas anderes. Aber es kam einfach nichts.

Nachdem ich meine Situation Stages noch einmal ausführlich geschildert habe, würde ich zu einem persönlichen Gespräch eingeladen. Und tatsächlich, ich bekomme einen neuen Praktikumsplatz.
Und eigentlich kann man sagen, dass ich ihn mir selbst ausgesucht habe. Denn Brenda hat mit von einem Café/Community Centre erzählt, wo bereits eine ihrer Gastschülerinnen gearbeitet hat. Ich habe bei Stages einfach gefragt, ob ich da arbeiten kann. Nur kurze Zeit später wurde mir bescheid gegeben, dass ich dort zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen wurde. Dieses Gespräch hatte ich heute Morgen und es ist wirklich super gelaufen! Ich werde ab Montag in einem Café arbeiten und kann da eindeutig von meinen bisherigen Erfahrungen bei fröhlich profitieren. Hätte ich auch nie gedacht. Allerdings habe ich die Möglichkeit während meiner Zeit dort auch noch andere Arbeitsbereiche kennenzulernen. Das Café ist erst einmal der Anfang.

Das ist es also, die große Veränderung. Ich freue mich auf jeden Fall sehr und werde dann nächste Woche von meinen ersten Tagen berichten!

Ach, und eh ich es vergesse. Ich wollte euch ja noch was erzählen: Habe ich letzte Woche noch gedacht, die Woche kann nicht schlechter beginnen, als komplett durchweicht auf Arbeit zu erscheinen, wurde ich diese Woche eines besseren belehrt. Okay, es war Dienstag und nicht Montag, aber so ein großer Unterschied ist da jetzt auch nicht. Ich habe nämlich meinen Schlüssel von Arbeit und den meiner Gastfamilie im Fahrstuhlschacht auf Arbeit versenkt. Fragt mich nicht, wie und was und überhaupt. Es ist passiert, ich war ziemlich verzweifelt und durfte mir einiges an Gelächter anhören. Aber grundsätzlich war es dann doch nicht so wild. Und weder Skibound noch Brenda haben mir den Kopf abgerissen. Neue Schlüssel habe ich auch bekommen und alles ist wieder Friede, Freude, Eierkuchen!

Ich werde jetzt noch das schöne Wetter genießen und wünsche euch ein schönes Wochenende!

Nadine



Sonntag, 20. September 2015

Mind The Gap

Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich womöglich wiederhole, aber es muss einfach noch einmal gesagt werden: Wie kann es sein, dass die Zeit so schnell vergeht? Ich bin jetzt schon ganze drei Wochen nicht mehr in Deutschland. Das ist fast ein Monat und ein Monat ist fast ein drittel meines gesamten Aufenthalts! Kaum zu glauben, aber wahr.
Und während bei mir das Ende immer näher rückt (ja, ist vielleicht etwas drastisch ausgedrückt), beginnt für viele von euch etwas ganz und gar neues: Das Studium! Ich finde das unfassbar interessant, was da auf euch zukommt und ich freue mich jetzt schon über jeden Bericht, wie es euch dabei ergeht! Also bitte, haltet mich immer auf dem neusten Stand! Schließlich geht es mir nächstes Jahr ja nicht anders ...

Hallo!
Grundsätzlich würde ich meine letzte Woche als nicht sonderlich ereignisreich bezeichnen, wenn man vielleicht von dem Dauerregen absieht. Dem habe ich es auch zu verdanken, dass ich mehrere Tage hintereinander vollkommen durchnächst auf Arbeit erschienen bin. Man lernt zwar dazu und nimmt sich ein paar Wechselschuhe mit, aber so ganz das Wahre ist das auch nicht. Was habe ich also in meiner Verzweiflung getan? Richtig, ich habe mir ein paar Gummistiefel und einen Regenschirm gekauft. Die Gummistiefel habe ich bereits getestet und sie eindeutig für gut befunden! Denn noch ehe ich das Schuh-Geschäft verlassen hatte, finge es wieder an zu regnen ... Also habe ich meine neuen Gummistiefel einfach anbehalten und kam dann zumindest nicht ganz so durchgeweicht zu Hause an. Bei dem Regenschirm bin ich mir noch nicht so sicher, ob mir der hier überhaupt etwas bringt, denn wie ich bereits im letzen Eintrag geschrieben habe, ist der Wind doch immer recht stark und das hat sich die letzten Tage auch nicht gelegt. Aber ich habe mir erst einmal einen gekauft, man kann ja nie wissen.

Tatsächlich ist das eigentlich auch schon das einzige erwähnenswerte, was die Wochentage angeht. Kehrt wohl wirklich die Normalität ein. Aber das finde ich auch gar nicht schlimm, denn dafür kann ich euch von meinem schönen Wochenende berichten!
Angefangen hat es am Freitag Abend, als ich mit Kevin und Brenda im Wohnzimmer gesessen habe. Jeder von uns hatte eine Tasse Tee vor sich und wir haben uns eine Show im Fernsehen angesehen, die einen wirklich zum Lachen gebracht hat. Ich glaube, dass war mein bisher schönster Abend hier, weil es etwas familiäres hatte, auch wenn sie nur meine Gasteltern sind. Vielleicht ergibt sich ja bald wieder die Möglichkeit zu so einem Abend :) Ein weiteres Highlight am Freitag Abend war ein kleiner vierbeiniger Besucher: ein Dachs! Ich würde behaupten, dass ich noch nie einen wirklich Dachs gesehen habe, also fand ich das tatsächlich ziemlich aufregend. Ich dachte zunächst, dass das eine einmalige Sache wäre, aber nein, Brenda hat mir erzählt, dass der jede Nacht kommt und sie stellt ihm immer ein Erdnussbutter Sandwich vor die Tür. Und glaubt es oder nicht, aber er hat es tatsächlich gefressen! Was die Erdnussbutter angeht, bin ich auch auf den Geschmack gekommen! Denn in Ermangelung von Nutella und meiner nicht mehr ganz so großen Begeisterung für Erdbeermarmelade, musste ich mir etwas anderes suchen. Und was soll ich sagen, ich mag sie wirklich gerne! Habe ich mich anfangs also nur von Toast mit Erdbeermarmelade zum Frühstück ernährt, kamen nach und nach noch andere Dinge hinzu: mittlerweile habe ich zwei verschiedene Sorten Cornflakes, Erdnussbutter und eine richtig leckere Zitronenmarmelade zur Auswahl! Ich kann mich eindeutig nicht beschweren!

Außerdem am Freitag: der Rugby World Cup hat begonnen. Und eigentlich habe ich mir vorgenommen mindestens ein Spiel davon im Fernsehen anzusehen und dachte mir, dass ich das bestimmt mit Kevin zusammen machen könnte. Denn eigentlich scheint es, als würde dieser sich für nahezu jeden Sport interessieren. Aber Pustekuchen, natürlich nicht sonderlich für Rugby ... Davon lasse ich mich aber nicht aufhalten, denn ich werde in den nächsten Wochen bestimmt noch eine Gelegenheit finden, um mir ein Spiel anzusehen! Die Dynamik des Rugdy World Cups kann man allerdings überall spüren. Es ist, als wäre ein ganzes Land in Bewegung. Durchaus vergleichbar mit der Fußball WM bei uns. 
Als ich mich am Samstag Vormittag erstmals auf zum Hauptbahnhof in Brighton machte, kamen mir bereits viele Fans entgegen. Denn dieses Wochenende fanden zwei Spiele im Stadion in Brighton statt. Allerdings habe ich davon nicht viel mitbekommen, denn ich bin aus Brighton rausgefahren. Dieses Mal nicht über eine organisierte Tour, sondern auf eigene Faust. Ganz allein war ich jedoch nicht unterwegs, denn Simon (der andere, der beiden deutschen Jungs) hat mich begeleitet. Oder genauer gesagt ich ihn. Denn er hat die Idee aufgebracht, dass wir ja mal nach London fahren könnten und da konnte ich natürlich nicht nein sagen. Eine Sache, an der er (und auch Thorsten, denn das gleiche "Problem" gab es letzte Woche auch) allerdings noch arbeiten muss, ist eindeutig die Pünktlichkeit. Die, die mich gut kennen, wissen, dass mir Pünktlichkeit eigentlich ziemlich wichtig ist und deswegen mag ich es auch nicht, über 15 Minuten warten zu müssen, aber na gut, ich wollte auch nicht alleine gehen ... Nachdem Simon dann also aufgetaucht war, haben wir uns in einen Zug Richtung London gesetzt und die knappe Stunde fahrt hinter uns gebracht. Ich finde es wirklich erstaunlich, dass man innerahlb nicht ganz einer Stunde im Centrum von London sein kann, wenn man in Brighton in einen Zug steigt! Wenn ich das zu Hause mache, komme ich in der Zeit nicht einmal nach Berlin oder Hamburg ...


In London angekommen, sind wie erst einmal etwas ziellos umherglaufen. Wir wussten, dass wir irgendwann mal etwas Essen wollten, aber mehr Pläne hatten wir dann auch nicht. Also erst einmal alle Eindrücke auf sich wirken lassen. Ja, ich war schon zweimal in London, aber diese Stadt ist einfach so unendlich groß, dass ich jedes Mal wieder überwältigt bin. Statt an der Themse entlangzulaufen, haben wir uns weiter ins "Innere" geschlagen und unteranderem den Chinatown-Teil von London entdeckt!Desweiteren hat mich noch ein großer M&M Store gelockt, welcher wirklich die absurdesten Dinge anbietet, natürlich alles mit M&M Aufdruck!

Irgendwann haben wir uns auf den Weg zum British Museum gemacht. Dieses wollte ich mir im Februar schon gerne ansehen, aber irgendwie ergab sich diese Gelegenheit nicht. Also nichts wie hin. Das Museum verlangt keinen Eintritt, weswegen es uns auch nicht so wichtig war, dass wir nicht viel Zeit bis zur Schließung des Museums hatten. Wir haben uns nur die Afrika Ausstellung gänzlich angesehen und den Asien Teil begonnen, allerdings waren wir beide etwas enttäuscht. Wir hatten uns irgendwie etwas anderes vorgestellt ...

sieht irgendwie auch nicht so begeistert aus
Green Park

Green Park
Nachdem ich dann doch etwas später wieder bei meiner Gastfamilie war, musste ich mich zusammenreißen, dass ich nicht sofort einschlafe. So viel frische Luft tut einfach nicht gut ...
Da ich aber irgendwie doch nicht genug von Sonne und frischer Luft bekommen kann, ging es heute gleich wieder raus. Das gute Wetter am Wochenende musste ja ausgenutzt werden, denn morgen soll es bereits wieder zu Ende sein ...
Heute habe ich mich zur Brighton Marina begeben, das ist quasi der Hafen, wo alle möglichen Schiffe und Boote liegen. Als viel beeindruckender empfand ich allerdings den Küstenzug, den man von dort bestaunen konnte. Ich denke, die Bilder sprechen für sich:

 

Und abgesehen von diesem tollen Ausblick gibt es eindeutig noch einen weiteren Grund, um dort noch einmal hinzugehen: ein Restaurant, welches ein Buffet anbietet mit den Köstlichkeiten aus verschiedenen Ländern: Maxiko, Italien, Indien, China, Japan! Das muss ich definitiv mal ausprobieren!

Gut, meine Lieben, das war es dann auch schon wieder!

Bis die Tage :)

Nadine

Dienstag, 15. September 2015

Windy City

Die Zeit rennt und rennt, zumindest kommt es mir so vor. Schon mehr als 2 Wochen befinde ich mich auf der Insel, kaum zu glauben. Tatsächlich kommt es mir vor, als wäre ich am Samstag erst angekommen. Ich frage mich, wann dieses Gefühl wohl nachlassen wird.

Wenn ich aber wirklich erst am Samstag angekommen wäre, dann hätte ich wohl nicht schon so viele Dinge gesehen oder immer mehr über meine Gastfamilie erfahren. Zum Beispiel weiß ich jetzt, dass Brenda bereits vor 36 Jahren Gastschüler hatte. Für mich ist das irgendwie kaum vorstellbar ... vor 36 Jahren! Am Wochenende erzählte sie mir, dass sie schon Schüler hatte, als ihre Jungs (Darren und Andrew) noch kleine Babys waren. Irgendwann jedoch hat sie damit aufgehört, da die Jungs ihre eigenen Zimmer brauchten, aber vor 9 Jahren hat sie dann wieder angefangen. Und seitdem hat sie eigentlich ununterbrochen Schüler bei sich im Haus und die meiste Zeit Mädchen. Denn sie hat Angst, dass die Jungs sich betrinken und übergeben müssen (ihre Worte!). Selbst diese 9 Jahren erscheinen mir unendlich lang. Die ganze Zeit, teilt sie ein Bad mit ihnen, eine Küche, das ganze Haus. Ich glaube nicht, dass ich das könnte ...
Aber abgesehen davon, dass es für Brenda wahrscheinlich einfach Routine ist, wie sie mit ihren Gastschülern umgeht, verstehe ich mich wirklich gut mit ihr. Und als hätte sie meinen Blog gelesen (was ausgeschlossen ist, da sie davon nichts wissen und erst recht kein Deutsch können), gab es Kartoffeln mit Soße! Innerlich habe ich gejubelt! Es war nicht viel, aber ein Schritt in die richtige Richtung :))

das Wetter war wirklich super, das täuscht jetzt etwas ...
Da ich von meinen Trip nach Oxford letzte Woche eigentlich doch ziemlich begeistert war, abgesehen von dieser "in-einer-Gruppe-rumlauf-Sache", habe ich den letzten Samstag gleich wieder einen Ausflug unternommen. Dieses Mal nach Greenwich und Cambridge. Ich habe letzte Woche doch etwas länger überlegt, ob ich es wirklich machen soll, denn das Wetter sollte grauenvoll werden. Nur Regen wurde angesagt und das eigentlich in ganz GB. Letztendlich habe ich mich dann aber doch dafür entschieden und hoffte, dass der Wettergott gnädig mit mir sein würde. Brenda meinte am Freitag Abend noch zu mir, dass ich ja wenigstens nicht enttäuscht bin, wenn ich Samstag aufstehe und es regnet, ich wusste es ja. Und was soll ich sagen, ich bin Samstag aufgestanden und die Sonne hat geschien! Und das den ganen Tag durchgehend! Ich habe also nicht bereut diesen Trip zu machen. Während ich in Oxford ja mehr oder weniger allein unterwegs war, hatte ich in Greenwich und Cambridge eine Begleitung, denn einer von den deutschen Jungs hat sich zu mir gesellt. Und nicht nur dank dem wunderbaren Wetter hatten wir einen schönen Tag, denn sowohl Greenwich als auch Cambridge waren wunderbar anzusehen. Da ich wieder über Discoverytours gefahren bin, hatte ich zufälligerweise auch den gleichen Guide wie die Woche zuvor. Und er hat mich sogar wiedererkannt. Aber ich war im Bus auch nicht die Einzige, die schon an der Tour nach Oxford teilgenommen hatte. Einige Gesichter konnte ich wiedererkennen.
auf einem Mark in Greenwich

Während ich mit Thorsten (so heißt er übrigens) durch die Gegend gelaufen bin, habe ich ihn dann auch mal gefragt, ob er ein Foto von mir machen könnte. Denn irgendwie gab es bis dato noch kein einziges, auf dem ich zusehen war. Und eigentlich wollte ich euch das Foto zeigen, aber so nett Thorsten auch ist, er kann absolut keine Fotos machen (sagt keiner, dass meine Bilder so toll sind, aber ich glaube, bei mir wäre sein Kinn nicht abgeschnitten gewesen^^). Deswegen lasse ich das lieber und hoffe, dass ich euch demnächst vielleicht mal ein besserer präsentieren kann.
Wie auch schon in Oxford hat uns unser Guide Andrew wieder eine ganze Menge erzählt, zum Beispiel, dass London die Stadt mit den meisten Kulturen in der Welt ist. Es werden mehr als 300 verschiedene Sprachen dort gesprochen.
Punting in Cambridge

Mein Samstag war also wieder voll von Informationen, Besichtigungen und noch mehr Informatioenn, weswegen mein Sonntag doch ziemlich ruhig ausfiel. Ich habe mich wiedereinmal in die City von Brighton begeben und ein paar Geschäfte besucht. Anders ausgedrückt: ich war etwas shoppen. :)
Das Wetter war am Sonntag schon nicht mehr ganz so schön und man konnte bereits ahnen, dass es noch schlechter werden würde.
Mein Start in die neue Woche war deswegen auch besonders toll bzw. besonders nass. Klar, ich hatte eine Regenjacke an und ja, auch die Kaputze auf, aber das schützt noch lange nicht die Hose und die Schuhe. Aber man lernt ja dazu, denn heute war auch so ein wunderbares Wetter und ich habe gleich Wechselschuhe für das Büro mitgenommen! Natürlich bleibt es aber nicht bei dem Regen, nein, der Wind legt auch noch ordentlich zu. Ja, ich lebe an der Küste, ja, ich kenne starken Wind, aber die letzten zwei Tage war der Wind doch schon wirklich sehr stark. Normalerweise wird Chicago als Windy City bezeichnet, doch ich übertrage diesen Begriff jetzt einfach mal auf Brighton, denn er ist mehr als zutreffend.
Und was hilft bei diesem ekligen Wetter, damit die Laune besser wird? - Richtig, ein leckeres heißes Getränk. Ich habe auf meinem Weg zur Arbeit eine große Auswahl and Cafés und unter anderem auch Café Nero und Starbucks. Bisher habe ich mich hauptsächlich an Caffé Nero gehalten, doch heute konnte ich Starbucks nicht widerstehen: Pumpkin Spice Latte. Hört sich echt gut an, oder? Ich muss euch leider enttäuschen ... Es gibt nichts besonderes an diesem Getränk, was den Geschmack angeht. Starbucks versucht nur mal wieder, den Menschen das Geld aus der Tasche zu ziehen und ich bin heute auch darauf reingefallen. Es hörte sich so gut an, roch auch gut, aber der Geschmack war fast neutral ... Ich geh dann doch lieber wieder zu Caffé Nero und hole mir meinen Frappe Cremé Raspberry & White Chocolate, ist zwar ein Kaltgetränk, aber unheimlich lecker!

Na gut, das war es dann auch wieder von mir. Bis demnächst!

Nadine


Donnerstag, 10. September 2015

Everyday Life

Mein Aufenthalt hier zählt mittlerweile schon 12 Tage (nein, ich zähle nicht die Tage, das übernimmt eine App für mich), 12 Tage, die nicht unbedingt immer extrem spannend waren und mir vermutlich dennoch für immer in Erinnerung bleiben werden. Denn tatsächlich habe ich hier so langsam etwas wie einen Alltag. 
Nachdem ich mein Wochenende hauptsächlich an der frischen Luft verbracht habe, bin ich in der Woche meistens im Büro.
Sicht auf Sussex
Von meinem Ausflug am letzten Samstag nach Oxford und Windsor habe ich euch ja bereits berichtet, allerdings war das Wochenende da noch nicht beendet. Am Sonntag war hier tatsächlich wunderbares Wetter: Sonnenschein, angenehme Temperaturen und immer eine leichte Brise. Und ich habe die Gelegenheit genutzt und mich mit den beiden deutschen Jungs getroffen. Wir hatten die Woche über etwas über eMail kommuniziert und beschlossen, dass es doch schön wäre, wenn wir zusammen etwas unternehmen würden. Gesagt, getan. Haben wir uns also am Sonntag in einen Bus gesetzt und sind zum Devils Dyke gefahren. Das ist der höchste Punkt in Sussex und eigentlich gibt es dort nichts, außer einem Pub und einer fabelhaften Sicht. Brenda hatte mir von diesem Ort erzählt, nachdem ich meinte, dass ich mich mit den Jungs treffe und da unser Bus-Ticket uns bis dahin bringt (mag jawohl auch sein, war ja teuer genug), konnte ich die beiden auch davon überzeugen. Und was soll ich dazu noch groß sagen ... Die Sicht war einfach gigantisch und wir haben das tolle Wetter genossen! 

Paraglider



Sicht auf Brighton und das Meer
Und da es für Sonntag dann auch genug frische Luft war, bin ich Sonntag Abend müde ins Bett gefallen und habe mich auf meine erste richtige Arbeitswoche geistig vorbereitet.
Um 6.30 Uhr aufstehen, um 7.48 Uhr den Bus nehmen, der wirklich nie püntklich kommt und um 8.45 Uhr auf Arbeit erscheinen, die ich dann 16.15 Uhr wieder verlassen kann. Dann muss ich mich beeilen, damit ich meinen Bus zurück bekomme und ich spätestens um 18 Uhr zu Hause bin, da es da Abendbrot gibt. Das mag sich nicht unbedingt spannend anhören und das wäre es wahrscheinlich auch nicht, wenn mir das alles in Deutschland passieren würde. Aber ich bin nicht in Deutschland.
Gut, zugegeben, mein Praktikum ist teilweise ziemlich schleppend. Es kann durchaus passieren, dass ich 30 Minuten ohne ein Aufgabe da sitzte, was einmal vielleicht nicht so schlimm ist, nach dem zweiten oder dritten Mal an einem Tag allerdings schon. Dann gibt es wieder Stunden, da bekomme ich eine Aufgabe nach der anderen und muss mein Gehirn tatsächlich benutzen. Sei es, dass ich Recherchen anstelle oder Präsentationen erstelle. Diese Augenblicke mag ich wirklich, denn dann komme ich mir vor, als würde ich tatsächlich etwas Produktives leisten. Und auch meine Kollegen sind eigentlich alle wirklich nett, wobei ich nicht so viel mit ihnen Rede, wie ich es gerne würde. Allgemein bin ich ja hier, um mein Englisch zu verbessern, aber dazu muss ich noch deutlich mehr reden ... Eine Kollegin hat mich die Tage gefragt, ob ich irische Verwandte hätte. Ja, wegen meiner Haarfarbe. Ich habe kein Problem, wenn ich etwas wegen meiner Haarfarbe gefragt werde, aber ich hatte einfach erwartet, dass diese Stereotypen hier nicht vertreten sind. Ich habe ihr dann natürlich gesagt, dass dem nicht so ist und sie sagte lediglich, dass ich wirklich sehr wie ein irisches Mädchen aussehe, mit meinen roten Locken. Vielleicht hätte ich doch nach Irland gehen sollen ...
Mein Mittagspause verbringe ich zur Zeit übrigens immer am Strand, genieße die Sonne und esse meine selbstgemachten Sandwiches! Und während ich dort sitze, höre ich immer die Musik vom Pier und heute kam ein Lied, das mich sofort zum Grinsen gebracht hat. Ein Song von Grease. Das wissen vielleicht nicht viele von euch, aber ich mag diesen Film wirklich sehr gern, so alt und kitschig wie er auch ist. Und es war einfach schön da zu sitzen und dieses Lied zu hören.

Sonst ist die Woche bisher auch nicht viel passiert, lediglich ein paar kleine Dinge sind mir noch aufgefallen. Zum Beispiel gibt es hier bei mir um die Ecke ein Haus, das zum Verkauf steht ... Wenn also jemand möchte! Ist eine wirklich schöne Gegend hier und die Busse fahren sehr regelmäßig ;)
Außerdem habe ich die Tage den Enkelsohn von Brenda und Kevin kennengelernt. Er war kurz hier und Brenda hat sich wirklich gefreut, da sie ihn schon lange nicht mehr gesehen hat. Was ich dann jedoch als ziemlich traurig empfand: er war nur da, weil er sich im Voraus schon mal sein Weihnachts- und Geburtstagsgeld abholen wollte. Er wollte nichts anderes, einfach nur das Geld ... 

Zum Abschluss noch einmal was zu dem Thema Vermissen: ich vermisse tatsächlich etwas sehr schmerzlich. Und das ist Soße zu meinen Kartoffeln! Ich brauche doch Soße zu Kartoffeln ... Aber irgendwie sehen die das hier nicht so. Versteht mich nicht falsch, das Essen ist immer lecker, aber ich hätten eben zu Kartoffeln gern Soße!

Das ist übrigens Boxsy (ich weiß immer noch nicht, wie man diesen Namen schreibt):




Bis die Tage!

P.S.: Noch ein bisschen Streber-Wissen am Rande: Queen Elizabeth II. ist nun offiziell die am längsten regierenden Monarchin, die das Vereinigte Königreich je hatte und hat damit Queen Victoria überholt.



Samstag, 5. September 2015

Fourteen Weeks Left

Eine Woche meines Aufenthalts in Großbritannien ist bereits vergangen und ich freue mich auf alle, die noch kommen werden!

Da am Montag hier ja ein Feiertag war und alle Büros geschlossen hatten, began meine richtige Woche erst am Dienstag (habe ich euch im letzten Beitrag von berichtet) und sagen wir so, es war eine doch recht abwechslungsreiche Woche.

Meine erste Erkenntnis am Mittwoch Morgen: Ich habe es eindeutig nicht vermisst, dass mein Wecker bereits um 6.30 Uhr klingelt. Nachdem ich die letzten Monate seid der Schule ja einen doch eher entspannten Tagesablauf hatte, heißt es nun wieder früh aufstehen. Ich weiß nicht, ob ich mich daran wirklich wieder gewöhnen möchte ... Mein erster richtiger Arbeitstag und ich musste mich aus dem Bett quälen - ich kann mir eindeutig schöneres vorstellen! Als ich es dann jedoch geschafft hatte und im Bus saß, wurde mir klar, dass Brighton wirklich eine unglaublich tolle Stadt ist. Das mag sich jetzt nach einer ziemlichen Schwärmerei anhören, aber ich habe es einfach so empfunden. Was ich besonders toll an dieser Stadt finde, ist sehr leicht zu erklären: du siehst immer irgendwo Wasser! Wenn ich bei meiner Gastfamilie auf dem Hügel stehe, kann ich bis zur Küste blicken und wann immer ich mit dem Bus fahre, um in die Innenstadt zu gelangen, fahre ich auf einer Staße, die parallel zur Küstenlinie läuft und sehe ständig Wasser. An sich ist das nichts besonderes, schon klar, aber am Mittwoch Morgen fand ich das einfach wunderbar. Und ich denke, dass der "Wasser-Faktor" auch ein Grund ist, warum ich mich schon jetzt richtig wohl in dieser Stadt fühle.

Auf Arbeit angekommen, wurde ich weiter in die Programme des Büros eingewiesen, welche die Buchungen für Reisen speichern. Am Dienstag kam mir das ganze noch unheimlich kompliziert vor, Mittwoch Mittag fand ich es einfach nur noch langweilig. Ich habe 7,5 am Stück (okay, Mittagspause dazwischen) ein und die gleiche Arbeit erledigt. Das war keine große Anstrengung für das Gehirn und auch keine sonderliche Motivation. Ich war wirklich froh, als ich an diesem Tag wieder im Bus nach Hause saß. Mir ist vollkommen klar, dass sie einem Praktikanten (und erst recht keinem, der erst einen Tag da ist) keine großen wichtigen Aufgaben geben, aber ich habe mich da einfach unterfordert gefühlt und musste mich immer wieder in Erinnerung rufen, um eine neue Aufgabe zu bekommen, auch wenn es die gleiche wie zuvor war. Mein erster wirklicher Arbeitstag war also sehr bescheiden, aber das konnte ja eigentlich nur Besserung bedeuten! Um nicht nur schlechtes von meinem ersten Tag zu berichten: ich habe ein eigenes Telefon und eine eigene Büro Mail-Adresse, allerdings ist beides noch nicht sonderlich in Nutzung.
Nach einem nicht ganz so guten Start, fiel es mir am Donnerstag noch schwerer aus dem Bett zu kommen ... Auf Arbeit ging es dann tatsächlich mit den gleichen Aufgaben des Vortages weiter, ich war sehr begeistert. Und dann - endlich - durfte ich etwas anderes machen. Ich konnte PowerPoint Präsentationen erstellen: das kann ich und das mag ich. Und da ich auch noch mein Gehirn anstrengen musste, um die richtigen Informationen zu finden und ordentlich zu formulieren, verlief mein zweiter Tag doch deutlich besser als der erste. Freitag verlief es dann ähnlich wie Donnerstag, erst wieder stupide Arbeit und dann Arbeit, die tatsächlich Spaß macht. Wenn es zumindest etwas Abwechslung gibt, kann ich gut damit leben. Allerdings gab es Freitag wieder einen kleinen Tiefpunkt: meine "Betreuer" sind zu einem Meeting gegangen und habe mir zwar eine Aufgabe gegeben, aber die war sehr schnell erledigt. Also saß ich dann da und hatte nichts zu tun. Gut, ich habe erst einmal meine Mittagspause gemacht, aber selbst dann waren sie noch nicht da. Ich saß dann noch weitere 40 Minuten und habe nichts gemacht, wirklich nichts! Ein Hoch auf das Internet, denn das Büro hat zum Glück wlan! Als dann alle wiederkamen, habe ich gleich nach einer Aufgabe gefragt, allerdings glaube ich, dass sie doch etwas genervt von mir waren. Innerlich habe ich da ja bereits gehofft, dass sie sagen, ich könne an diesem Freitag dann auch einfach früher gehen ... Leider war dem nicht so ...
mal eben in der Mittagspause aufgenommen ...
Da ich jeden Tag eine Mittagspause von einer Stunde habe, ist genug Zeit, um sich ein leckeres Essen zu kaufen und sich dann weiter mit der Stadt vertraut zu machen. Am Donnerstag habe ich in einem Bagel-Laden gegessen - sooo was leckeres! Bagel mag ich ja eh und dann noch mit frischen, leckeren Sachen belegt, es war der Hammer! Ein weiteres Highlight am Donnerstag war der Feueralarm auf Arbeit: Plötzlich geht der Feueralarm los, aber alle bleiben ruhig sitzen. Ich gucke hilfesuchend zu Eleanor und sie erklärt mir, dass es jeden Donnerstag um 11 Uhr eine Probe des Feueralarms gibt. Fürs nächste Mal bin ich also vorbereitet. Übrigens hat Donnerstag hier auch wieder die Schule angefangen. Es laufen jetzt also lauter kleine (und auch große) Kinder in niedlichen Uniformen durch die Gegend. Wirklich hübsch anzusehen!


Außer der Arbeit gab es auch noch ein paar andere Dinge im Laufe der letzten Tage, von denen ich euch gerne berichten würde:

1. Ich habe das erste Mal in meinem Leben Tee mit Milch getrunken und musste feststellen, dass ich es mir irgendwie anders vorgestellt habe. Für mich hatte es nicht viel Geschmack, hat aber auch nicht schlecht geschmeckt. In Zukunft werde ich es aber vermutlich doch nicht so häufig trinken, da ich es einfach als nichts besonderes empfand.
2. Ich wurde die Woche sehr an Deutschland erinnert, nämlich als ich morgens an einem Supermarkt vorbeigefahren bin und die alten Leute bereits alle davor gewartet haben, da er noch nicht geöffnet hatte. Das ist ja in Deutschland auch keine Seltenheit und daran musste ich sofort denken.
3. Mein Gastvater singt Hits wie "Time after Time" unter der Dusche mit, ein Spektakel, welches man nicht verpassen sollte!
4. Ein Kollege hat mich mit "Guten Morgen" und "Wie geht's?" auf Deutsch begrüßt, fand ich wirklich sehr nett! Es war zwar etwas schwerfällig, aber eine nette Geste!
5. Brenda hat mir den einen Abend ein Käseomlett gemacht, unfassbar lecker! Und sie war ganz schockiert, als ich erwähnte, dass ich noch nie zuvor eines gegessen habe. Ich hoffe, das macht sie jetzt öfter.
6.  Schon gewusst, dass es an der Westküste der USA auch ein Brighton gibt? Es ist ein Ski Resort und wird von Skibound für Reisen angeboten.
7. Alle Busse in Brighton und Umgebung kannst du nur besteigen, wenn du dein Ticket beim Busfahrer vorzeigst und dennoch hatte ich den einen Morgen das Erlebnis, dass ich im Bus noch einmal kontrolliert wurde. Als hätte man eine Chance ohne Ticket in den Bus zu kommen ...
8. Brenda hat versucht "eins, zwei, drei" zu sagen, hörte sich wirklich lustig an. Allerdings hat sie das gemacht, um mir zu zeigen, dass niemand von mir erwartet, dass ich perferkt Englisch spreche, denn die meisten können kein Wort Deutsch. Ich bin auf Arbeit nämlich immer noch sehr unsicher, was das Sprechen angeht und sie wollte mir einfach meine Ängste nehmen :)
9. Mein Samstag hat etwas überraschend angefangen: ich bin vor Brenda und Kevin aufgestanden, habe gefrühstückt und wollte gerade wieder nach oben gehen, als plötzlich die Tür geöffnet wird. Ich war doch sehr überrascht, denn schließlich waren Brenda und Kevin immer noch oben. Plötzlich steht dann einer ihrer Söhne (36) vor mir und meint, dass er die eine Katze reingelassen hat, eine Maus vor der Tür liegt und er sie nicht wegräumen wird, weil er seine Mutter ärgern will (36!). Und dann war er auch schon wieder verschwunden. Sehr eigenartige Begenung ...

Allgemein mein war mein Samstag ein Samstag voller Begenungen und Besichtigungen, denn ich bin mit Bus nach Oxford und Windsor gefahren. Über meine Agentur hier werden solche Touren angeboten und die Chance habe ich gleich genutzt. Zunächst mal war es unheimlich interessant, wie viele verschiedene Nationalitäten im Bus vertreten waren: Brasilien, Schweiz, Südkorea, Italien, Belgien, Türkei, Frankreich ... Unglaublich! Und alles Leute etwa in meinem Alter.

Windsor Castle
Da waren wir also, ein Bus voller junger Erwachsenen, welche sich nicht in ihrer Muttersprache verständigen konnten. Um sowohl Windsor als auch Oxford nicht ohne irgendwelches nützliches Wissen wieder zu verlassen, wurde uns ein Guide, Andrew, für die Tour zur Seite gestellt. Andrew hat uns schon auf dem Hinweg einiges erzählt, während er immer wieder mit unserem Busfahrer, Tuffy, Witze gerissen hat. Ein paar Fakten habe ich sogar behalten können, z.B. ist der Flughafen London Heathrow tatsächlich der drittgrößte der Welt und sogar der meist bereiste! Ich würde sagen, dass ich jetzt für jeden Flughafen gewappnet bin! Desweiteren erzählte er uns natürlich etwas über Windsor und Oxford und unter anderem, dass Oxford die älteste Universität im Englisch sprachigen Raum ist und die Queen eigentlich viel häufiger in Windsor Castle als im Buckingham Palaste ist.
 In Windsor hatten wir das Glück, dass wir genau zum Wacht-Wechsel da waren, ein wirklich tolles Spektakel. 


Außerdem sind wir noch am Haus von Elton John vorbeigefahren und habe eine Vorlage für die Harry Potter Filme uns zumindest von außen angsehen. Die Universität von Oxford besteht aus 38 Colleges, welche alle über die Stadt verteilt sind und das größte von ihnen diente mit seinem Speisesaal und den Treppen den Machern der Harry Potter Filme als Vorlage.
Auf dem Trip heute, habe ich ein Mädchen aus Brasilien und zwei aus Italien kennengelernt und mich gut mit ihnen verstanden, allerdings gibt es da ein Problem: die beiden Mädchen aus Italien fliegen schon nächsten Sonntag wieder zurück und die aus Brasilien in zwei Wochen ... Also niemand, mit dem ich meine Zeit hier verbringen kann.

Oxford - Teil der Bibliothek
auch Oxford
Oxford - Harry Potter Vorlage
 Während ich heute in dieser größeren Gruppe unterwegs war, ist mir aufgefallen, dass ich es eigentlich wirklich nervig finde, wenn ich in einer Reisegruppe umherlaufen muss. Die Tage, die ich allein in Brighton verbracht habe, waren deutlich entspannter. Ich konnte mir ansehen, was ich wollte und so lange ich wollte, ich hatte genug Zeit um zu fotographieren und alles in mich aufzunehmen. Heute war alles so gehetzt ...

Ich wurde die Woche gefragt, ob ich schon irgendetwas vermisse und eigentlich kann ich klar sagen: Nein, ich vermisse eigentlich nichts. Wäre doch auch etwas merkwürdig, wenn ich schon nach einer Woche Heimweh hätte oder alles vermissen würde, oder? Heute habe ich darüber allerdings noch einmal genauer nachgedacht (hatte auf der Busfahrt ja Zeit) und bin zu dem Ergebnis gekommen, dass ich sehr wohl etwas vermisse und das sind die Möglichkeiten. Die Möglichkeit, sich einfach spontan mit Freunden an den Stadthafen zu setzen oder mit Mama an Strand zu fahren, um dort zu picknicken. Natürlich habe ich hier ganz andere Möglichkeiten, aber das kann man irgendwie nicht vergleichen ...

Das war es dann auch erst einmal wieder von mir. Ich lasse demnächst wieder von mir hören!

Nadine

P.S.: Falls jemand von irgendetwas noch mehr Bilder sehen möchte: sagt bescheid, ich habe eine ganze Menge!

Dienstag, 1. September 2015

A Lot Of Information

Eins vorab: es wird nicht zur Gewohnheit werden, dass ich alle zwei Tage was schreibe, es wird hier bestimmt irgendwann auch mal langweiliger! :D

Kaum vorstellbar, aber in den letzten beiden Tagen ist doch wieder eine Menge passiert und das möchte ich gerne mit euch teilen.

Wenn ich erzählt habe, dass ich nach Großbritannien gehe, wurde ich oft belächelt und gefragt, warum ich denn in ein Land gehe, in dem es ständig regnet. Gut, meine ersten zwei Tage (plus Ankunft) waren etwas verregnet, gestern besonders, aber das heißt ja nicht, dass man sich nicht trotzdem rauswagen kann bei diesem Wetter. Und natürlich bin ich gestern wieder in die Stadt gefahren (musste ja auch mein neues Busticket ausprobieren) und habe ein paar Sachen besichtigt. Zunächst muss ich allerdings noch ein paar Dinge zu meiner Busfahrt in die Stadt los werden: Die Haltestelle, die gleich nach meiner kommt, heißt doch tatsächlich Mill House. Ja, Milhouse von den Simpsons wird anders geschrieben, aber ich fand es trotzdem sehr amüsant, als ich es gestern festgestellt habe. Außerdem ist es in den Bussen hier so, dass du wirklich jedes mal drücken musst, wenn du aussteigen willst. Das kenne ich von zu Hause nur, wenn ich wirklich spät mit einem Bus unterwegs bin. Wenn du hier nicht drückst oder einer ander Haltestelle steht, dann hast du auch keine Chance auszusteigen. Ich könnte wetten, dass mir das irgendwann in den kommenden Monaten auch passieren wird^^

In der Innenstadt angekommen, habe ich so schnell wie möglich versucht dem Regen zu entkommen und habe mich zum British Museum & Art Gallery begeben. Bereits am Sonntag habe ich dort eine Ausstellung entdeckt, die ich mir gerne angucken wollte. Eigentlich wollte ich mir nur die Ausstellung über Naturfotographie ansehen, allerdings gab es keine Möglichkeit nur dafür ein Ticket zu kaufen, weswegen ich eines für das ganze Museum gekauft und mir alle Ausstellungen angesehen habe. Wie ihr vielleicht wisst (oder auch nicht, ich wusste es auch nicht) findet hier im September und Oktober die Rugby Weltmeisterschaft statt, überall in der Stadt hängen dafür auch schon Plakate. Bevor die WM überhaupt beginnt, gibt es eine Trophy-Tour, die Trophäe reist durch das ganze Land und man kann sie bestaunen und Fotos mit ihr machen. Wie es der Zufall so will, war die Trophäe gestern in Brighton, im British Museum. Aus diesem Grund befanden sich eine ganze Menge Menschen im Museum und es gab einige Attraktionen, z.B. Kinderschminken, Bastelkurse und und und. Ich habe mich allerdings aus dem Trubel rausgehalten und einfach die Ausstellungen besichtigt. Es gab eine über Brightons Geschichte, wie sie sich im Laufe der letzten Jahrhunderte verändert hat, eine ägyptische, eine über Mode der letzten Jahrhundert und auch über Möbel aus dem letzten Jahrhundert. Natürlich konnte man überall Fotos machen, abgesehen von der Ausstellung, die mich am meisten interessierte, die über die Naturfotographie. Ich kann euch also kein Foto präsentieren, aber glaubt mir, es waren wirklich unglaubliche Bilder!
die Ausstellung über Mode: man konnte sich auch verkleiden
Nach meinem doch etwas längerem Aufenthalt im Museum, hatte es zum Glück aufgehört zu regnen, weswegen ich entspannt weiter durch die Stadt schlendern konnte. Da ich doch etwas Hunger bekommen hatte, begab ich mich in eine kleines Café. Auch wenn mir eigentlich nach etwas Herzhaftem zu Mute war, konnte ich einem Stück Möhrenkuchen mit weißer Sckokolade nicht wiederstehen. Und es wäre auch wirklich lecker gewesen, wenn eine Zutat weggefallen wäre: Zimt. Natürlich musste in diesem wunderbaren Kuchen Zimt sein. Da ich ja aber dafür bezahlt und Hunger hatte, habe ich das meiste von dem Stückchen gegessen. Das nächste Mal frag ich wohl lieber, ob irgendwo Zimt oder Kokos drin ist.

sieht bloß so unschuldig aus ...
man beachte den Minion-Kuchen
Dieses eine Stückchen Kuchen konnte meinen Hunger allerdings nicht stillen und ich begab mich weiter auf Essenssuche. Auch, wenn ich erst vor einem Geschäft stand, welches wunderbare Cupcakes verkauft, wollte ich jetzt wirklich etwas herzhaftes. Gleich gegenüber von dem Cupcake laden, war ein Café namens "Hells Kitchen" zufinden. Und ja, ich war so waghalsig und habe mir dort etwas zu essen gekauft. Und was soll ich sagen, ich lebe noch und es war wirklich lecker!



Danach war ich endlich gesättigt und habe mich auf den Weg zu Bibiliothek gemacht. Und ich muss sagen, dass ich mir etwas spektakuläreres vorstellt habe. Es ist tatsächlich ein "einfacher" Glasbau. Da waren die Geschäfte um die Bibliothek herum deutlich interessanter: ein Pizzaexpress oder ein Sushi Restaurant, wo das Sushi auf einem Laufband umher fährt (das werde ich bestimmt mal ausprobieren!). Und ein weiteres Highlight war auf jeden Fall, dass vegetarische Schuhgeschäft! So was habe ich in Deutschland auch noch nicht gesehen!

Während ich mich langsam wieder auf den Weg zum Bus machte, lagen wieder zwei kleine Galerien auf meinem Weg, welchen ich natürlich nicht wiederstehen konnte! Auch, wenn ich jetzt erst einmal hier bin, freu ich mich schon auf Januar, wenn ich mein Praktikum in der Kunsthalle beginne, ich finde daran momentan immer mehr Gefallen!

Abends gab es dann nur noch ein kleines Missverständnis, als Brenda mich fragte, ob ich mit meinem "Telly" zurecht komme und ich keine Ahung hatte, was ein "Telly" ist. Wie sich herausgestellt hat, ist Telly = Television.

Und dann sind wir auch schon bei meinem ersten Arbeitstag angekommen. Wobei, eigentlich habe ich heute nicht wirklich gearbeitet. Zunächst hatte ich heute Vormittag einen Termin bei "Stages", das ich die brittische Organisation meiner deutschen. Und pünktlich wie ich bin, habe ich mir einen extra frühen Bus rausgesucht. Allerdings hätte ich das auch lassen können, denn mein Bus hatte 13 Minuten Verspätung, dabei fahren die alle 10 Minuten! Ich steh also an der Haltestelle und der Bus kommt und kommt nicht. Natürlich habe ich gleich wieder Panik bekommen und überlegt, was ich mache, wenn ich denn zu spät komme. Allerdings habe ich es doch noch rechtzeitig geschafft. Mit mir zusammen, waren bei Stages noch zwei Jungs. Beide mein Alter und beide aus Deutschland. Eine Mitarbeiterin von Stages hat uns etwas über Brighton erzählt und noch ein paar andere Dinge erläutert, das meiste davon wusste ich allerdings schon. Nachdem der offizielle Teil vorbei war, habe ich mich noch etwas mit den Jungs unterhalten und wir sind einen Kaffee trinken gegangen. Ich bin sonst ja auch nicht unbedingt der Mensch, der einfach auf anderen zugeht, allerdings habe ich in diesem Fall die Initiative ergriffen. Es war wirklich angenehm sich mit den beiden zu unterhalten. Schließlich geht es denen genauso wie mir, sie sind allein in einer fremden Stadt. Wir haben gesagt, dass wir in Kontakt bleiben und uns bestimmt noch einmal wiedersehen. Als ich Brenda vorhin erzählt habe, dass ich Leute in meinem Alter kennengelernt habe, war sie richtig begeistert, denn sie meinte die letzten beiden Tage bereits zu mir, dass es ziemlich langweilig wird, wenn ich niemanden kennenlerne. Sie kann jetzt also aufatmen!
Da die Jungs auch beide um 14 Uhr bei ihrem Praktikum sein mussten, aber wir uns irgendwann getrennt und alle auf den Weg zu unserer "Arbeit" gemacht. Meine Liegt tatsächlich am Pier und da heute die Sonne geschienen hat, konnte ich den Pier noch einmal im Sonnenlicht ablichten.


Bei Skibound angegekommen, schien erst niemand von mir zu wissen (ja, ich war sehr begeistert!), allerdings konnte das Missverständnis dann doch geklärt werden und ich lernte Eleanor kennen. Sie ist für die nächsten Monate meine Ansprechpartnerin und eine wirklich nette Person. Ich habe mich auf Anhieb mit ihr verstanden. Mein Arbeitsplatz ist in einem großen Büro, in dem mindestens 20 Schreibtische stehen, aber es scheint trotzdem eine angenehme Arbeitsatmosphäre zu sein. So wie es aussieht, werde ich tatsächlich die meiste Zeit am Schreibtisch verbringen und entweder Präsentationen erstellen oder Buchungen aufnehmen und die in deren System eintragen. Eleanor hat mir das System heute erklärt (oder es zumindes versucht), allerdings ist mein Gehirn gar nicht mehr dazu in der Lage so viele Informationen auf einmal aufzunehmen. So viele Dinge die beachtet werden müssen, es wird bestimmt eine Weile dauern, bis ich mich da richtig eingearbeitet habe. Auf jeden Fall bekomme ich meinen eigenen Schreibtisch und muss mich nicht an einen strikten Dresscode halten. Solange meine Hose oder mein Rock nicht zu kurz sind, kann ich anziehen, was ich möchte (aber vielleicht sollte ich die Jogginghose auch lieber zu Hause lassen).
Die nächsten Wochen heißt es also immer von 9 bis 16.30 Uhr arbeiten. Das Gute ist auch, dass ich eine Stunden Mittagspause habe und die kann ich nehmen, wann immer ich möchte, ich werde mal gucken wie alle anderen das machen.

Ich denke, ich bin dann auch wieder am Ende angelangt. Ich lasse demnächst wieder von mir hören.

Bis dahin!

Nadine