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Montag, 30. November 2015

The Belly Rules The Mind

letzte Woche an der Seafront
Nicht einmal zwei Wochen und ich bin schon wieder in Deutschland! Unfassbar. Tatsächlich hatte ich letzten Freitag sehr gemischte Gefühlte über meine Rückkehr nach Deutschland (das hört sich so an, als würde ich hier seit Jahren wohnen ...). Warum gerade Freitag? Vermutlich, weil ich gemerkt habe, wie gern ich doch im Café arbeite und wie sehr ich meine Kollegen mag.
Meine letzte Woche war mehr denn je von meiner Arbeit im Café geprägt, denn zunächst war ich Mittwoch Nachmittag alleine (in der Küche ist auch immer noch jemand, aber die betreuen keine Kunden) im Café und dann den ganzen Freitag ebenfalls. Über Mittwoch Nachmittag wurde ich im Vorfeld informiert und da ich von fröhlich auch weiß, wie man eine Kaffee-Maschine reinigt und bis auf die Abrechnung alles machen konnte, war ich darauf vorbereitet. Am Freitag Morgen wurde mir aber ganz spontan mitgeteilt, dass ich den Tag allein im Café und der Koch nur in der Küche sei. Zunächst dachte ich, dass sie mich auf den Arm nehmen wollen. Als ich dann jedoch gemerkt habe, dass es kein Scherz war, sondern tatsächlich die Wirklichkeit, war ich nicht sonderlich begeistert. Ich habe mir durchaus zugetraut es alleine zu machen, aber ich bin schließlich nur ein Volunteer und werde nicht einmal bezahlt. Warum also sollte ich den ganzen Tag im Café verbringen, wenn alle anderen beim Erste-Hilfe-Training sind? Meine Begeisterung hielt sich also tatsächlich in Grenzen. Ja, ich komme super mit dem Koch klar und ich konnte mir wie immer so viel Kaffee und Tee machen wie ich wollte, aber trotzdem hätte ich es schöner gefunden, wenn ich es wenigstens schon am Donnerstag erfahren hätte. Mir ist bewusst, dass es an der Situation überhaupt nichts geändert hätte, aber ich mochte es einfach nicht, so überrascht zu werden. Nachdem ich dann also am Freitag alles allein gemacht habe, wollte ich mich im Büro so wie jeden Tag abmelden und wurde plötzlich mit Blumen überrascht. Ich hatte das überhaupt nicht erwartet und bin vermutlich auch etwas rot geworden. Die Blumen seien für meine tolle Hilfe und dafür, dass sie den Freitag ohne mich nicht geschaft hätten, wurde mir gesagt. Und da war dann tatsächlich meiner leichter Ärger vom Morgen vergessen. Und auf meiner üblichen Busfahrt ist mir dann bewusst geworden, was für eine tolle Arbeitsatmosphäre es doch im Centre ist und ich die ganzen Menschen vermutlich schon vermissen werde.
Später am Abend habe ich mich wieder auf den Weg in die Stadt gemacht, da ich noch verabredet war. Schon von Weitem konnte ich sehen, dass drei Jungs ebenfalls an meiner Bus-Haltestelle warteten und einen habe ich als den Enkelsohn von Brenda und Kevin erkannt. Mich hat er eindeutig nicht erkannt. Denn als ich zur Haltestelle kam, haben sie sich einen Spaß gemacht und fragten mich, ob denn der eine Freund einen Kuss bekommen könnte, auf die Lippen natürlich. Auch Brendas Enkel spitzte die Lippen und fragte: "Bekommt er nun einen Kuss?" Meine Antwort darauf: "Du weißt schon, dass ich bei deiner Oma lebe, oder?" Ihm ist alles aus dem Gesicht gefallen und gleichzeitig stolperte er mehrere Schritte nach hinten. Seine Freunde haben es nicht gleich verstanden, aber er brauchte nur das Wort "Student" sagen und die beiden konnten sich kaum noch halten vor Lachen. Danach hat er mich eigentlich nur noch angebettelt, dass ich nichts zu Brenda sage. Habe ich auch nicht, aber ich hoffe wirklich, dass er sie noch einmal besuchen kommt, während ich hier bin, denn vermutlich wäre es ihm unfassbar peinlich, mich zu sehen. Nachdem ich ihm sagte, dass er sich darum keine Sorgen machen brauche, hat er seine Kumpels gezwungen zur nächsten Haltestelle mit ihm zu gehen ... Dieses lustige Erlebnis hat die Tatsache, dass ich 35 Minuten auf meinen Bus warten musste, etwas erträglicher gemacht.

Am Samstag bin ich dann mal wieder nach London gefahren. Mein Ziel: das Winter Wonderland im Hyde Park. Von Leuten im Café und auch von Brendas Schwiegertochter hatte ich nur Gutes gehört und da ich Weihnachtsmärkte ja eh wunderbar finde, konnte ich mir diesen natürlich nicht entgehen lassen. Das erste, was wir gesehen haben: ein riesiges Bayrisches Zelt und unfassbar viele Stände mit dem Bayrischen Wappen. Und was gab es da zu kaufen? - Natürlich Glühwein, Bier, Bratwurst und Brezel. Kein Wunder, dass jeder Britte nur die Bayern kennt und denkt, dass wir uns nur von Würstchen und Bier ernähren ... Aber auch außerhalb des Bavarian Village gab es noch weitere deutsche Stände, unter anderem einen Irrgarten und eine Bier-Pyramide. Mutzen haben wir leider nirgends gefunden, nur so genannte "Snowballs" die ähnlich geschmeckt haben. Auch, wenn es vielleicht keine Mutzen gab, so hatte man doch eine gigantische Auswahl an Essen. Von der deutschen Bratwurst über niederländische mini Pancakes bis hin zu traditionellen Fish&Chips. Und daher auch der Spruch "The Belly Rules The Mind", diesen habe ich nämlich an einem der Stände entdeckt.

Nach dem Winter Wonderland, hat es uns noch zum Oxford Circus verschlagen und zur Carnaby Street, welche nicht sonderlich weit entfernt davon ist. Von der Carnaby Street hatte ich zuvor online gelesen und wollte die farbenfrohe Dekoration unbedingt live betrachten. Irgendwann abends haben wir uns dann wieder zurück nach Brighton gegeben.

Mini Pancakes!
Bayrische Halle - Oktoberfest Charakter

Heute war tatsächlich schon meiner vorletzter Tag in der Pre-School und eigentlich auch einer der schönsten. Denn die Kinder lernen Weihnachtslieder und die singen wir dann alle gemeinsam und üben für ihren Auftritt, den sie nächste Woche vor ihren Eltern haben werden.

Hier noch zwei Bilder, die wir gestern Abend gemacht haben:

keine Sorge, eure Augen sind okay ... das Bild ist unscharf

Bis demnächst!

Nadine

Dienstag, 24. November 2015

Keep Calm - Christmas Is Coming ...

Nicht nur, dass heute in einem Monat bereits Heiligabend ist, zeigt uns, dass das Jahr sich allmählich dem Ende neigt, nein, auch die sinkenden Temperaturen und die ersten Schneeflocken sind ein eindeutiger Beweise dafür. Und ja, tatsächlich, in Brighton gab es am Wochenende Schnee! Gut, er ist nicht liegen geblieben, aber als ich Samstag Morgen aufgestanden bin, kamen definitiv Schneeflocken vom Himmel. Somit sind also unsere bisher doch recht angenehmen 12 - 15°C vorbei und die Insel muss sich den frostigen Temperaturen stellen. So frostig, dass die Autos am Morgen eine dicke Eisschicht haben und nicht einmal die Katzen rausgehen wollen. Hinzu kommt ein eisiger Wind, der auch durch einen Wintermantel bläst.
War das Wochenende auch noch so kalt, die Sonne schien dennoch und das machte alles doch deutlich ersträglicher. 

Meine letzte Woche verlief ohne große Besonderheiten, zumindest bis Donnerstag Abend. Zum einen hat Brenda am Donnerstag zu mir gemeint, dass sie mich vermissen wird, wenn ich nicht mehr da bin und ich glaube ihr das auch wirklich. Während der letzten Wochen (eigentlich kann man ja auch Monaten sagen), habe ich sie als einen sehr ehrlichen Menschen kennengelernt und deswegen kann ich mir nicht vorstellen, dass sie so etwas sagen würden, wenn sie es nicht auch so meinen würde. Und natürlich habe ich mich irgendwie darüber gefreut, denn das bedeutet ja, dass sie auch wirklich eine schöne Zeit mit mir hatte, aber andererseits ist mir auch bewusst geworden, dass das Ende meines Aufenthalts immer näher rückt. Ihre Aussage hat in mir also sehr gemischte Gefühle hervorgerufen. Denn tatsächlich, heute sind es nur noch 18 Tage ...
Und während ich angefangen habe, mir zu überlegen, was ich hier alles so vermissen werde, habe ich eine eMail von Stages (dem britischen Gegenstück zu meiner deutschen Agentur) erhalten. Tatsächlich war diese Mail aber nicht nur an mich adressiert, sondern vermutlich an all ihre Studenten. Natürlich gab es erst die überlichen Fragen: "Wie geht es euch? Habt ihr euch gut eingelebt? Wie ist das Praktikum und die Gastfamilie?", der Grund für die Mail war aber eigentlich ein anderer. Denn mit der Mail wurden auch die Kontaktdaten von einer Claudia verschickt, mit der Bitte, sich doch vielleicht mal bei ihr zu melden, da sie noch niemanden wirklich in Brighton kennengelernt hat. Und ich dachte mir "Warum nicht?" und habe ihr einfach mal eine Nachricht geschrieben. Wie sich herausgestellt hat, kommt sie auch aus Deutschland und wir haben uns für Samstag einfach mal auf einen Kaffee verabredet. Und was soll ich groß sagen, wir hatten einen schönen Nachmittag (unteranderem auch, weil wir einen köstlichen Cupcake gegessen haben - Salted Caramel!)! Claudia macht bei We Love Brighton ein Praktikum und schreibt dort verschiedene Artikel und auch Reviews über Veranstaltungen, die sie besucht. Auch am Montag (23.11.) sollte sie wieder auf eine Veranstaltung, ein Konzert dieses Mal. Und da ein Konzert-Besuch zu zweit doch deutlich mehr Spaß macht als allein, hat sie mich gefragt, ob ich sie begleiten möchte. Da sie als Presse angemeldet ist, sogar ohne Gebühren. Also natürlich habe ich "ja" gesagt! Ich hatte zwar noch überhaupt keinen Plan, was für Musik mich da erwartet, aber wenn ich eh keinen Eintritt zahlen muss, dann kann ich es mir zumindest ja mal ansehen ... Gesagt, getan. Am Sonntag hat Claudia mir noch ein paar Infos zukommen lassen und ich habe schon vorab einen Eindruck von Krept&Konan bekommen. Eines steht fest, normalerweise, würde ich nie auf so ein Konzert gehen. Londoner Hip Hop - nicht unbedingt meine Musik-Richtung. Tatsächlich haben sich Kevin und Brenda auch ziemlich lustig über mich gemacht, als ich meinte, dass es sich um Hip Hop handelt, aber ich kann es ihnen auch nicht unbedingt verübeln, ich habe mich ja selbst gefragt, wozu ich da ja gesagt habe.
Nachdem Claudia und ich am Montag dann erst ein paar Schwierigkeiten hatten, um die Veranstaltung zu finden, dachten wir schon fast, dass wir zu spät kommen und den Anfang verpassen würden. Pustekuchen. Wir dachten, dass das Konzert um 19 Uhr los geht, tatsächlich begann dann erst der Einlass. Und da wir beide nicht unbedingt wussten, wie die Künstler aussehen oder welche Lieder sie nun wirklich spielen, haben wir auch nicht gleich verstanden, dass wir zunächst mehrere (!!!) Vorbänds gesehen haben, bevor denn der eigentliche Act kam. Was dann aber tatsächlich erst um 21.45 Uhr passierte! Einen Haken gab es dann allerdings bei der Sache: Wir hatten vorher vereinbart, dass wir spätestens um 22 Uhr gehen, da wir am nächsten Tag (heute) wieder früh raus mussten. Wir haben also etwas 10 Minuten von dem eigentlich Konzert gesehen und sind dann gegangen. Denn ganz ehrlich, wer hat denn über zwei Stunden eine Vorband oder eher gesagt mehrere?! Auch, wenn wir von dem eigentlich Konzert nicht viel mitbekommen haben, hatten wir dennoch einen sehr amüsanten Abend. An dem wir viel gelacht und uns gegenseitig angeschrien haben, da eine andere Kommunikation nicht möglich war. Auf unserem Weg zum Bus (etwa 25 Minuten) konnten wir in der Innenstadt einige schöne Weihnachtsbeleuchtungen entdecken, die einem zuvor noch gar nicht aufgefallen waren.
Da Claudia bereits am 5. Dezember zurück nach Deutschland fliegt, haben wir uns noch einmal für nächste Woche verabredet, denn wer weiß, ob man sich tatsächlich noch einmal in Deutschland trifft. Sie wohnt in der Nähe von Stuttgart und das ist ja doch ein Stückchen von unserem Norden entfernt ...
natürlich keine Kamera - also nur iPhone Bilder
 

Tatsächlich hatte mein Wochenende aber noch mehr zu bieten, als mein Treffen mit Claudia und das daraus reslutierende Konzert. Denn Fanny (meine französische Mitbewohnerin) hat am Samstag Vormittag Crêpes gemacht und die waren lecker, das könnt ihr mir glauben. Das war nicht zuvergleichen mit denen, die man z.B. auf dem Weihnachtsmarkt kaufen kann. Und das ganze natürlich mit Schokoladen-Aufstrich, Marmelade und Schlagsahne ... Ihr seht, ich lebe sehr gesund! Man könnte sagen, dass die Crêpes eine Art Abschied von Fanny waren, denn ihre Familie ist diese Woche zu Besuch und seit Samstag schläft sie bei denen mit im Hotel. Wir werden sie dann erst wieder kommenden Samstag oder Sonntag sehen. Aber Brenda hat schon gesagt, vielleicht kann sie uns auch abends mal Crêpes machen und dann gibt es die mit Käse und Ham. Da hätte ich eindeutig nichts gegen einzuwänden!


Am Sonntag habe ich mich dann mal wieder mit Simon getroffen und wir sind ins Kino gegangen. Mein erster (und vermutlich auch letzter) richtiger Kino-Besuch hier. Angesehen haben wir uns Mockingjay Part 2 und auch, wenn ich immer meine Zweifel an den Hunger Games hatte, in Englisch sind die Filme tatsächlich interessant!

Nachdem ich gestern ja wieder in der Pre-School war und abends noch beim Konzert, war heute wieder das Café angesagt und dort wurde mir heute ein wirklich wunderbares Kompliment gemacht, das ich einfach mit euch teilen möchte: "Du hast ein so schönes Lächeln. Vergiss nie zu lächeln und denk daran, Liebe ist das wichtigste im Leben." Aus heiterem Himmel kam heute jemand auf mich zu mit diesem Spruch. Viel mehr als ein "Danke" habe ich nicht sagen können und dann war er schon zur Tür verschwunden. So etwas ist mir bei fröhlich nie passiert und da habe ich schließlich drei Jahre gearbeitet. Die Briten sind eben doch ein netteres Völkchen!

Und damit ihr auch alle mal ein Bild zu den Namen habt, gibt es hier noch ein Bild von Brenda und Kevin für euch:

Bis demnächst! :)

Nadine

Sonntag, 15. November 2015

Time Is Running ...

Und da melde ich mich wieder von der Schlecht-Wetter-Front ... Ja, es ist November, aber das heißt doch nicht, dass es dauerhaft regnen muss, oder? Aber na gut, ich kann daran ja eh nichts ändern, also sollte ich mich lieber damit abfinden. Aufgrund des schlechten Wetters sind meine Möglichkeiten, etwas zu unternehmen, auch etwas eingeschränkt, aber dennoch verbringe ich natürlich nicht den ganzen Tag in meinem Zimmer, sondern wage mich raus in den Regen.

Letzten Sonntag habe ich mit Simon den Royal Pavilion besichtigt. Zuvor habe ich mir diesen immer nur von außen angesehen und der Preis von 11 Pfund hatte mich abgehalten, ihn auch von innen zu betrachten. Aber seien wir mal ehrlich, wer weiß, wann ich die nächste Gelegenheit bekomme, nach Brighton zukommen, deswegen sollte ich möglichst alles ausnutzen. Also haben Simon und ich beschlossen, dass wir eine Besichtigung wagen sollten. Leider war es nicht erlaubt, Fotos zu machen und das wurde auch wirklich stark kontrolliert. Ich kann euch demnach nicht zeigen, was wir uns angesehen haben, aber glaubt mir, es war wirklich beeindruckend. Sogar ein kleines Café ist in die Ausstellungen integriert, in welchem man den klassichen Englischen Cream Tea zu sich nehmen kann, mit hausgemachten Scones. Allerdings haben Simon und ich uns dann doch dagegen entschieden. 
Auch, wenn der Pavilion wunderbar anzusehen war, so sind wir doch beide der Meinung, dass es 5 Pfund auch getan hätten, jedoch kann man nicht sagen, dass wir es bereuen, das Geld ausgegeben zu haben.

Das Bild ist schon etwas älter ... wo das Wetter noch schön war
Am Montag darauf, hatte ich bereits meinen vierten Einsatz in der Pre-School und würde sagen, dass es der bisher beste Tag in der Pre-School war. Ich wurde damit beauftragt, die Kinder zu beobachten und alles aufzuschreiben, was sie sagen oder machen. Es waren zwar nur neun Kinder, allerdings war es trotzdem nicht so einfach, von allen etwas mitzubekommen. Und dann noch zu verstehen, was sie sagen, war die nächste Herausforderung. Ich habe aber natürlich mein Bestes versucht. Und habe dabei festgestellt, dass ein Kind gar nicht Noah heißt, wie ich es bisher dachte, sondern Nawaf. Trotzdem würde ich behaupten, dass ihn alle Noah nennen ...

Und wenn wir schon bei der Arbeit sind, gab es im Café eine doch recht große Veränderung. Dylan, der Boss des Cafés, wurde vom Brighthelm Centre entlassen. Ich selbst war auch nie ein großer Fan von ihm, denn er war teilweise wirklich sehr unhöflich zu den Gästen, hat sich über alles beschwert und es selbst nur schlimmer gemacht. Also kein besonders angenehmer Mensch. Zur Zeit sind es also Jake und ich im Café und dann noch die Leute aus der Küche. Ich glaube auch, dass es für eine Zeit gutgehen wird, aber im Grunde, sollten sie jemanden anstellen, der mehr Erfahrung hat. Jake ist auch erst 17 (!!) und muss sich jetzt um die Bestellungen und alles kümmern und hat davon natürlich nur bedingt eine Ahnung (ich auch nicht, davon mal abgesehen). Noch weiß ich nicht, wie es weitergehen wird mit dem Café, aber meiner Meinung nach, müssen sie noch jemand anderen anstellen, erst recht, wenn ich weg bin. Und während Dylan entlassen wurde, wurde ich schon mehr als einmal gefragt, ob ich denn nicht bleiben möchte, ob ich denn wirklich zurück nach Deutschland müsse. Meine Antwort war darauf immer: "Redet mit den anderen, dass sie anfangen mich zu bezahlen und dann reden wir darüber." Und tatsächlich, der Küchen-Chef hätte mit den Leitern des Centres geredet, damit ich bleiben kann. Vermutlich würden die Chancen sogar nicht schlecht stehen, aber zur Zeit kann ich mir nicht vorstellen, dass ich noch länger als vier Wochen hier bleibe. Was nichts damit zu tun hat, dass ich es hier nicht mag, sondern eher damit, dass ich mein Zuhause und die Menschen dort vermisse. Also keine Sorge, ich komme wieder und werde nicht anfangen im Café fest zu arbeiten.

Da das Wetter sich über die Woche nicht gebessert hat, habe ich an diesem Wochenende nichts groß unternommen, sondern war lediglich im Kino und habe mir drei Kurzfilme angesehen, welche nicht die besten Filme waren, die ich je gesehen habe, aber auch nicht grauenvoll, um es mal irgendwie zu beschreiben ... Außerdem habe ich in einem Deutschen-Imbiss (hat erst vor ein paar Wochen aufgemacht) eine deutsche Bratwurst gegessen. Sie war gut, keine Frage, aber so frisch vom Grill im Sommer, schmeckt sie immer noch besser. Da kommt einfach nichts ran!

Zum Abschluss noch eine kleine Info für alle Adele Fans: Die gute Adele hat ein Haus in Brighton und das gar nicht so weit entfernt von da, wo ich lebe. Brenda und Kevin wissen sogar, wo es ist, allerdings kann man das Haus nicht direkt sehen. Aber vielleicht werde ich dort dennoch mal hingehen, wenn das Wetter wieder etwas besser ist (sollte das jemals passieren ...). Einfach um sagen zu können "Ich war bei Adeles Haus".

Morgen brechen dann schon meine letzten vier Wochen hier an ...

Bis demnächst, meine Lieben!

Nadine

Samstag, 7. November 2015

Bonjour, Fanny!

Und da ist sie nun, meine neue Mitbewohnerin. Am 1. November ist sie bei Brenda und Kevin ins Haus eingezogen. Ihr Name ist Fanny, sie kommt aus Frankreich, ist 29 Jahre halt und hat 2 Kinder. Man kann also sagen, dass wir so gut wie nichts gemeinsam haben und unsere Leben eigentlich Welten trennen. Aber dennoch komme ich mit ihr bisher gut zurecht. Ihre Sprachkenntnisse sind jetzt nicht übermäßig, was es manchmal schwierig macht zu kommunizieren. Oft sagt sie etwas auf Französisch, guckt mich an und möchte anscheinend, dass ich ihr helfe/antworte ... Da meine Französischkenntnisse gegen null streben, bin ich da keine sonderlich große Hilfe. Aber besonders wenn wir uns zu dritt mit Brenda unterhalten, habe ich das Gefühl, ich könnte sie besser verstehen. Vielleicht einfach nur, weil ich mich eher in ihre Situation reindenken kann ... Oder ich bilde mir das nur ein, ich weiß es nicht. Da Fanny in Frankreich nach einer neuen Arbeit sucht, braucht sie ein höhres Englischlevel und ist mit einer Gruppe von 8 anderen Franzosen hier her gekommen. Sie ist auch wirklich bemüht, sich zu verbessern, aber ich bin mir nicht sicher, ob 6 Wochen dafür ausreichen werden, denn sie geht bereits einen Tag nach mir.
Und da sind wir auch schon wieder bei dem mehr als erschreckenden Fakt, dass ich mich heute in 5 Wochen wieder auf den Weg nach Deutschland machen werde. Sehr eigenartig. Die letzten zwei Wochen (seit meinem letzten Eintrag) sind wieder unheimlich schnell vergangen.

So war ich jetzt schon zweimal bei einem weiteren Treffen für internationale Leute und habe dort Menschen aus Spanien, Frankreich, der Schweiz, dem Nahen Osten, Italien, Syrien und Deutschland kennengelernt. Denn dieses Treffen ist deutlich besser besucht, als das, welches ich zuvor bereits besucht habe. Es gibt viel mehr Dynamik, viel mehr Lachen und viel mehr Menschen. Es macht einfach Spaß. Und ich finde es wunderbar, dass sich so viele Nationen dort antreffen lassen.

Mein letztes Wochenende war bis auf die Ankunft von Fanny nicht sonderlich spektakulär, aber das finde ich überhaupt nicht tragisch, denn ich habe fast jedes Wochenende etwas unternommen und wenn man dann ein Wochenende einfach mal nichts unternimmt, hat das was sehr entspannendes ... Am Samstag war ich mit drei Mädels essen, die eine habe ich in der Pre-School kennengelernt und sie hat mich eingeladen mit ihr und ihren Freundinnen zum Mittag auszugehen. Wir waren Falafel essen und ich glaube, dass ich es zuvor noch nie probiert habe, bin jetzt allerdings begeistert. Und Sonntag habe ich dann Florance Ivy kennengelernt, bevor Fanny angekommen ist. Kevin hat sie auf den Namen Dornröschen getauft, da sie wohl sehr viel schläft und tatsächlich hat sie ihren allerersten Besuch bei ihren Großeltern auch verschlafen.

Natürlich gab es auch noch eine Nachspeise ...
Da hier nun tatsächlich auch der November angekommen ist und sich das Wetter dementsprechend verhält, wird es natürlich auch immer schwerer etwas an der frischen Luft zu unternehmen. Jedoch habe ich mich vom Dauerregen am Donnerstag nicht abhalten lassen und bin nach Lewes gefahren (etwa 15 Minuten mit dem Zug von Brighton) und habe mir die Bonfire Night oder auch Guy Fawkes Night angesehen. Natürlich hatte ich keine Gummistiefel an, mein Schirm ist abgebrochen und meine Jacke war dann irgendwie auch fürchterlich nass ... Aber dennoch war es ein sehr gelungener Abend! Die Bonfire Night gibt es jedes Jahr am 5. November und wird gefeiert, da im Jahr 1605 ein Anschlag auf den damaligen König verhindert werden konnte. Eine Gruppe von Männern, darunter auch Guy Fawkes, wollten das damalige Parlament in die Luft sprengen und somit die Königsfamilie auslöschen. Jedoch konnten sie noch rechtzeitig gestobt werden. Und dieser vereitelte Anschlag wird mit Lagerfeuern, Paraden und Feuerwerk gefeiert.
Aufgrund des Wetters und der angekündigten Menschenmassen, habe ich meine Kamera zu Hause gelassen und habe das ganze nur mit dem Handy etwas festgehalten. Deswegen noch ein Link für euch, auf dem ihr euch ein Video dazu angucken könnte (ist aber nicht von mir): https://www.youtube.com/watch?v=dDJNt8Ctq-s


Das war es dann auch erst einmal wieder von mir :)

Nadine :)